Heute in exakt drei Wochen ist es soweit. Wir satteln unsere 177 Pferde, stellen die Kompassnadel auf Süd-Ost und lassen die Zügel locker: Startschuß für die Abreise auf eine Reise ohne zeitliches Limit, ohne festes Rückkehrdatum und sehr wahrscheinlich auch ohne dauerhafte Rückkehr in unsere ehemalige Heimat überhaupt. Viele Jahre haben wir uns mental, finanziell und organisatorisch auf diesen Schritt vorbereitet und während der 1,5 Jahre in Südamerika und während meiner Wohnsitzverlegung in die Schweiz wichtige Erfahrungen gesammelt, die uns nun umso mehr die Überzeugung, das Selbstbewußtsein und die Sicherheit geben, das für uns absolut Richtige zu tun. Die jahrzehntelangen Entwicklungen in der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft in Deutschland und der EU haben uns diese Entscheidung sehr leicht gemacht und uns seit einigen Jahren konsequent darauf hinarbeiten lassen, diesen Schritt zu gehen. Wir agieren lieber selbstbestimmt, anstatt irgendwann notgedrungen reagieren zu müssen.
Natürlich haben wir bei unseren Planungen immer auch an unsere Kinder und unsere Familien gedacht. Eine von uns angestrebte Staatsbürgerschaft mit Wohnsitz in einem Land, das in den für uns wichtigen Aspekten unseren Vorstellungen entspricht, umfasst deshalb auch die Möglichkeit, insbesondere unsere Kinder und Eltern ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand in unsere Immigrationsbestrebungen einzubeziehen. Dieser Plan B für uns und für die Menschen, die uns wichtig sind, gibt uns zusätzliche Ruhe und Gelassenheit, selbst in einem möglichen Eskalationsfall in Deutschland oder Europa Optionen zu haben.
Wenn ich Julian und Michael so anschaue und sehe, was für tolle Menschen aus ihnen geworden sind und wie sie bereits in jungen Jahren bestrebt sind, Offenheit für die Welt zu zeigen, Entwicklungen im eigenen Lebensumfeld kritisch zu hinterfragen, finanzielle Intelligenz zu entwickeln und Veränderungen als Chance und nicht als Risiko zu betrachten, dann geht mir das Herz auf.
Sicher, alte Bäume verpflanzt man nicht so leicht und auch aus gesundheitlichen Gründen ist es sehr unwahrscheinlich, daß sowohl Natalies Eltern als auch meine Mutter sich noch einmal verpflanzen lassen, das ist uns sehr wohl bewußt. Dennoch werden wir – und sei es nur rein prophylaktisch – auch für unsere Eltern Reisepässe beantragen, sobald wir uns an unserem Ziel niedergelassen und dort einen Immigrationsprozess gestartet haben. Das sind wir ihnen und uns schuldig! Getreu dem Motto des von uns sehr bewunderten Rüdiger Nehberg: „Glück ist, wenn Vorbereitung auf Chance trifft“ 😜
